Katzenkita - Fragen & Antworten

Warum übernimmt die Erziehung nicht das Muttertier, warum eine Kita, schließlich sind ja auch Zuchtkatzen in der Kita und nicht nur Tierheimkatzen und Handaufzuchten.

Die herausragende Wichtigkeit und die Leistungen des Muttertieres für die Entwicklung der Kitten kann gar nicht hoch genug bewertet werden. Die Kita übernimmt nicht die Erziehung der Katzen. Sie ist ein zusätzliches Angebot zur Förderung der Kitten, damit die Kätzchen in einer Phase ihrer Entwicklung, in der sie ihren Artgenossen gegenüber noch vollkommen offen und neugierig sind und diesen quasi „unvoreingenommen“  gegenübertreten, miteinander und voneinander lernen können. Davon profitieren nicht  - wie man meinen könnte - nur Katzenwaisen oder Kitten, die einen denkbar schlechten Start ins Katzenleben hatten und aufgrund von schlechten Erfahrungen oder fehlenden Kontakten mit Artgenossen und/oder dem Menschen vollkommen verschüchtert sind, sondern eben auch von Hause aus topsozialisierte Katzen, in denen die Katzen schon gut auf die Anforderungen ihres späteren Lebens vorbereitet wurden. Das ist wirklich fantastisch. Welpenstunden für Hunde sind mittlerweile ja nichts außergewöhnliches mehr, bei Katzen allerdings in dieser Form vollkommen neu. Aber auch Katzen werden in ihrem späteren Leben viele Herausforderungen meistern müssen, die sie häufig überfordern. Je mehr sie spielerisch in ihrem ersten Lebensjahr lernen können desto besser werden sie später Veränderungen und Herausforderungen meistern können.

  • Tierärztliche Untersuchung von Cora

    © B. Dexel

  • Tierheimkätzchen Cora wird von Dr. Annette Klug untersucht, v.l. Gaby Brückner, Dr.Annette Klug und BIrga Dexel

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  • © B. Dexel

Alle Kitten der Kita wurden vor ihrer Teilnahme tiermedizinisch eingehend untersucht und ein Nottierdienst stand jederzeit zur Verfügung hätte es gesundheitliche Probleme gegeben. Wenn ein Kätzchen vor einem Besuch in der Kita Zuhause ein leichtes Unwohlsein oder Verdauungssprobleme zeigte, was bei Kitten nicht selten ist, konnte es natürlich solange nicht die Katzenkita besuchen, bis es wieder vollkommen auskuriert hatte und vom Tierarzt die Genesung bestätigt wurde. Zwei ursprünglich eingeplante Tierschutzkäterchen  konnte leider aus Krankheitsgründen nicht an der Kita teilnehmen. Gesundheit und der Schutz aller Kitten hat oberste Priorität.

  • Pflegepapa Nico Lorenz mit seinem Schützling Daisy in der Katzkita

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  • Tierärztliche Betreuung Kätzchen Cora aus dem Tierheim Falkensee

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Die Kätzchen hatten immer jemanden an ihrer Seite, was sie darin unterstütze positive Erlebnisse in der Katzenkita zu haben.

Gab es ausreichend Betreuung für alle Kätzchen?

Ja, jede Menge! Die Kitten waren ähnlich wie kleine Kinder in der Kita zu keinem Zeitpunkt unbeaufsichtigt. Neben Birga Dexel und Dirk Brandt als Experten stand eine hauptamtliche Tierpflegerin aus dem Berliner Kitty Projekt sowie Gaby Brückner aus dem Tierheim Falkensee zu jeder Zeit für die Kitten zur Verfügung. Nach Bedarf waren auch weitere Studenten des Lehrgangs Verhaltensberatung des Cat Institutes sowie Bezugspersonen der Kätzchen anwesend. Alle Kätzchen wurden vor und während der Katzenkita von Tierärzten betreut. Vorab gab es umfassende Untersuchungen und  nur nachweislich vollkommen gesunde Kätzchen durften an der Katzenkita teilnehmen. Ein tierärztlicher Notdienst stand zu jeder Zeit während der Dreharbeiten zur Verfügung und hätte die Kitten bei Bedarf sofort versorgen können.

  • Poppy kann nicht genug bekommen, auch in der Drehpause wird noch mit Birga & Dirk gespielt

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  • In der Drehpause: Daisy entspannt auf Dirks Schoß

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  • Hamlet döst auf Birgas Oberkörper

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Nach jeder kleiner Lerneinheit wurde zum Wohl der Kitten, egal ob Zusammenführung, Leckerchenbüffet oder bei schwierigen Trainings (die erst nach einigen Wochen angesetzt waren) sofort Pausen eingelegt. Wenn die Kitten zeigten, dass sie gerade keine Lust auf Training hatten, weil sie lieber spielen oder im Garten tollen wollten, gaben Birga und Dirk dem Redakteur, den Kamera- und Tonleuten das Signal, dass nunmehr eine Pause beim Drehen eingelegt werden musste. Der gesamte Dreh war an den Bedürfnissen der Kitten orientiert. Um es mit den Worten des Produzenten Christian Ehrlich zu beschreiben: "bei dieser Produktion musste sich alles den Bedürfnissen der zehn Kitten unterordnen. Auch wenn das manchmal bedeutete, dass alle stundenlang schweigen, die Kameraleute ewig auf Knien drehen mussten - oder der Redakteur Jo direkt über einem der Katzenklos sitzen musste...". Manchmal brauchten auch einfach auch mal die Menschen eine Drehpause. O nein, schon wieder Pause! So oder ähnlich schienen die meisten Kätzchen gedacht haben, wenn ihre Lerneinheit vorbei war. Interessanterweise wollten die Kitten in diesen Situationen dann oft einfach weitermachen oder dem Kameramann in die Linse zu kriechen, dem Tonmann auf den Schoß zu springen oder mit anderen Kätzchen zwischen den Beinen des Redakteurs verstecken zu spielen.
Damit in den Pausen jedem Kätzchen gerecht werden konnte, gab es in dem großem Haus viele Räume, in denen die Kätzchen je nach Bedarf auch getrennt chillen und betreut werden konnten. Manche Kitten wollten auch während der Pause weiter bespielt werden, und toben, bis ihnen die Augen zufielen, andere fanden Freude an weiterem Clickertraining, wieder andere wollten die angebotenen Sportmöglichkeiten wie das Laufrad erkunden und ausprobieren und noch andere wollten ausgiebig schmusen oder einfach nur dösen und die aufregenden Dreherlebnisse verarbeiten. Je nach Bedürfnis eines Kätzchens wurde dann in der Drehpause entweder die Bezugsperson als Betreuung eingesetzt bzw. versucht jedem Wunsch der Kitten nach Aktionden Kitten nach Möglichkeit ihre Wünsche zu erfüllen.
Und um mal richtig hinter die Kulissen eines Drehtages zu blicken: Der bestand für die Kätzchen hauptsächlich aus Spiel & Spaß, da ja selten besonders zu Beginn nicht alle Katzenkinder zusammen vor der Kamera waren. Irgendwelche Kätzchen hatten – im Gegensatz zu ihrem Personal – halt immer Pause.

  • Daisy streckt sich genüßlich und entspannt im Katzenkörbchen in der Katzenkita

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  • Typisch Hamlet, ganz entspannt im Katzenkörbchen

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Ein ganz wichtiger - wenn nicht gar der wichtigste Aspekt - liegt auf Entspannung in der Katzenkita. Die Kätzchen sollen sich zu jeder Zeit ausruhen können und bequeme Rückzugsmöglichkeiten nutzen können. Hierfür wurden alle 5 (!) Räume von uns professionell katzengerecht ausgestattet - teils opulent kuschelig und gemütlich, aber auch im Sinne eines spannenden Katzen-„Abenteuerspielplatzes“ mit fantastischen Catwalks, Brücken, aus Katzensicht „luxuriösen“ Kratzbäumen und einer Menge progressiven Spiel- und Sportmöglichkeiten. Auch hatten sie die Möglichkeit, ganz in Ruhe im Schlafzimmer oder im katzensicheren Garten zu dösen, zu spielen oder einfach nur mit Blick in die wunderschöne Umgebung mit Obstbäumen, Teich und ländlichen Gemüsegärten bei Vogelgezwitscher die Katzenseele baumeln zu lassen. Ein wirklich magischer Ort, an dem sich alle einfach nur wohlgefühlt haben.

  • Daisy streckt sich genüßlich und entspannt im Katzenkörbchen in der Katzenkita

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  • Typisch Hamlet, ganz entspannt im Katzenkörbchen

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  • Kater Hamlet belauert die Spielfeder

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  • Tierheimkitten Cora spielt entspannt mit einer Katzenangel

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  • Der schüchterne Constantin beim Federspiel

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  • Norwegerkitten Constantin spielt mit einer Spielschiene

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  • Hamlet versucht den Spielball zu erhaschen

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Für jede Katze ist es wichtig, dass sie lernt im Auto transportiert zu werden ist nichts lebensbedrohlich.  Im Auto entspannt transportiert zu werden ist beispielsweise immer dann notwendig, wenn eine Katze beispielsweise zum Tierarzt muss, Je entspannter eine Katze im Auto „mitfährt“ desto besser für Katze und Halter. Unsere Kitten lernen durch den regelmässigen Transport in die Kita durch ihre Halter, dass am Ende einer Autofahrt auch etwas ganz Tolles stehen kann, nämlich die Kita und nicht der Tierarzt. Zusätzlich wurde der Transport im Auto noch im Rahmen der Kita als eigene Lerneinheit geübt. Normalerweise werden Katzen ja in der Regel nur zu für die Katzen zumeist unerfreulichen Anlässen transportiert. In der Kita haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Kätzchen sich anscheinend richtig auf die Kita freuten sich immer, wenn sie in der Kita ankamen. Selbst die Anfahrt, die leider für viele andere Katzen lebenslang mit Angst und Schrecken verbunden ist, wurde schnell als selbstverständlich toleriert und von manchen wie Kater Hamlet sogar sehr geschätzt. Denn die Vorfreude ist groß: Neugeschlossene Freundschaften werden vertieft und nahezu unbegrenzten Spiel-, Erkundungs- und Klettermöglichkeiten wollen ausprobiert werden.

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  • Katzen in der Kita nutzen alle Ruhe und Spielangebote

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  • Norwegerkitten Constantin entspannt auf einem der vielen Kratzbäume

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  • Cora spilet auf einem der vielen Kratzbäume

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  • Zusammenführung Hamlet + Daisy

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  • Kater Hamlet frisst sein bekanntes Futter

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  • Kitty Projekt Kätzchen Luna & Norwegerkater Christopher genüßlich am Fressen

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  • Poppy & Daisy räubern auf dem Tisch

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?Keine Situation hat mehr Fragen und unterschiedliche Reaktionen aufgeworfen, wie Poppy und Daisy, die den Tisch erkunden und darauf trainiert werden ???Jeder Halter fühlt sich diesbezüglich unterschiedlich wohl, ob und wenn ja wann und wo seine Katzen rumturnen dürfen.

Was für den einen gar nicht geht, stört andere überhaupt nicht und sie genießen die Gesellschaft ihrer Tiere. Einige Katzen dürfen auch auf den Tisch, wenn gerade nicht gegessen wird. Ähnliche Kontroversen kennen wir sonst von der allseits beliebten Frage, ob Katzen mit im Bett schlafen dürfen ??Für uns ist entscheidend, dass Katzen nichts Gefährliches oder für sie Giftiges zu fressen erbeuten können! In der Kita gab es sowas nicht.

Poppy und Daisy für ihren Teil haben sich schnell von den Alternativen zum Tisch überzeugen lassen - durch positive Bestärkung, nicht durch Verbote oder Bestrafung! ?

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