Katzen und Vögel

Wie können Katzen und Vögel koexistieren?

Im Rahmen ihrer früheren Tätigkeit als Projektmitinitiatorin und Projektkoordinatorin des Schneeleopardenprojektes des Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist Birga Dexel auch mit den Fragen des Wildvogelschutzes in Kontakt gekommen. Vogelschutz ist eines der zentralen Themen des NABU. Katzen werden zunehmend für den Rückgang von Vogelpopulationen verantwortlich gemacht. Vögelpopulationen sind in ihrem Überleben durch die Zerstörung ihrer Lebensräume durch die industrielle Landwirtschaft,  dem Rückgang der Nahrung (Insektensterben) sowie vermeidbaren Vogelschlag an Häuserglasfassaden bedroht.  

Die Vereinbarkeit von Katzenhaltung und Vogelschutz ist deswegen ein Gebiet mit dem sich das Cat Institute seit längerem beschäftigt und bemüht ist Lösungen für eine Koexistenz von Katzen und Vöglen zu finden. Die meisten Katzenhalter und Katzenhalterinnen erfreuen sich an unserer heimischen Vogelwelt und sind betrübt, sollten ihre Katzen einen Wildvogel erlegen.

Es gibt nicht DIE eine Methode, aber ein Kombination aus artgerechter Ernährung und Beschäftigung kann die Jadgmotivation von Hauskatzen signifikant senken wie eine britische Studie 2021 der University of Exeter belegte. Wir beraten Katzenhalter u.a. zur vogelsicheren Gartengestaltung.

Ursachen für den Rückgang von Vogelpopulationen

Es gibt viele Gründe, die sich teilweise gegenseitig verstärken und für den dramatischen Rückgang von Vogelpopulationen verantwortlich sind. Dazu gehören die industrielle Landwirtschaft und die damit verbundenen Monokulturen sowie die Ausbringung von für Wildtiere (Vögel, Insekten, Säugetiere) schädliche oder tödliche Ackergifte.

industrieller Fischfang bedroht Seevögel

Laut dem BUND bedroht die industriell betriebene Fischerei viele Seevogelpopulationen. Es ertränken jährlich insgesamt etwa 100.000 bis 200.000 Seevögel in Stellnetzen in der Nord­ und Ostsee (davon etwa 80 % alleine in der Ostsee)

Unzählige Vögel kollidieren im Flug mit Eisenbahnen, Autos und Stromleitungen und werden Opfer unserer Landschafts-und Raumveränderungen.

Vogelschlag im Autoverkehr

Im öffentlichen Bewusstsein wenig bekannt ist die Bedrohung von Vögeln durch den Autoverkehr und Eisenbahnen. Sandra Henze, die eine Literaturstudie zur Wirkung von Straßen auf die Mortalität von Vögeln an der Universität Hannover durchgeführt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass „die Opferraten von Vögeln, die durch den Straßenverkehr umkommen, mit hoher Wahrscheinlichkeit im mittleren zweistelligen Millionenbereich anzusiedeln sind“. Laut Henze, sind vor allem kulturfolgenden Vogelarten wie Amsel, Rotkehlchen, Buchfink und Goldammer durch den Autoverkehr gefährdet. „In Abhängigkeit von den jeweiligen Biotopen am Straßenrand, können aber auch seltene Arten betroffen sein. …Die Häufigkeitsverteilung der Todfunde hängt stark mit der jahreszeitlichen Aktivität der Art zusammen. Es gibt drei Spitzen im Jahresverlauf. Diese fallen auf die Balz im Frühjahr, die Brut- und Fütterungszeit im Sommer und den Herbstzug“.

Windräder und Windenergie

Jährlich sterben laut dem BUND 100.000 bis 200.000 Vögel durch Windräder.

Vogelschlag an Glasfassaden

Laut dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem BUND sterben jährlich zwischen 18-100 Millionen Vögel in Deutschland alleine durch Glasschlag.

Etliche dieser an Glasfassaden verendeten Vögeln werden in Folge von Katzen oder anderen Beutegreifern wie Greifvögeln gefressen. Denn nicht alle Vögel brechen sich sofort beim ersten Aufprall mit einer Glasfassade das Genick, sondern können laut Judith Förster vom BUND aufgrund von gebrochenen Knochen nicht mehr fliegen oder liegen bewusstlos am Boden und werden erst als Folge der Verletzung zu leichter Beute für Katzen.

Millionen Vögel könnten jährlich durch simple Veränderungen, wie u.a.hochwirksame Muster, an der Fassadengestaltung an Privathäusern, Bürogebäuden und Wartehäuschen gerettet werden. Informationen zur vogelfreundlichen Gestaltung von Glasfassaden sind beim BUND Projekt "Vermeidung von Vogelschlag an Glas" erhältlich.

Landschaftsversiegelung und Habitatverlust

Im Zeitraum von wurden  in den letzten 25 Jahren eine Million Hektar landwirtschaftliche Fläche durch Siedlungsbau und Verkehr in Anspruch genommen wurden und darum dauerhaft als Lebensraum für Vögel der Agrarlandschaft verloren sind.

Ursachen für den Rückgang von Vogelpopulationen

Es gibt viele Gründe, die sich teilweise gegenseitig verstärken und für den dramatischen Rückgang von Vogelpopulationen verantwortlich sind. Dazu gehören die industrielle Landwirtschaft und die damit verbundenen Monokulturen sowie die Ausbringung von für Wildtiere (Vögel, Insekten, Säugetiere) schädliche oder tödliche Ackergifte.